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    „Wir verbessern Leben“
    Andreas und Simone Radspieler bauen Prothesen und entwickeln innovative Technik – die Geschichten ihrer Kunden treiben das Ehepaar an

    25.04.2018

    2004 eröffneten Andreas und Simone Radspieler ihr erstes Geschäft. Seitdem suchen sie nach optimalen Lösungen für Menschen, die nach einer Krankheit oder einem Unfall eine Prothese benötigen. Mit Radspieler Orthopädie und der Romedis GmbH fertigen sie Prothesen und entwickeln innovative Technologien für Kunden weltweit.

    Andreas Radspieler saß bei dem jungen Mann am Krankenbett nach der Operation. Bei einem Motorradunfall hatte er ein Bein verloren. Im Alter von 18 Jahren. Wie es weitergehen sollte? Der leidenschaftliche Motorradfahrer hatte keine Antwort. Heute, rund 20 Jahre später, besucht er Radspieler (43) nach wie vor in der Firma. Wüsste es der Unternehmer nicht – er würde nicht erkennen, dass der Mann eine Prothese trägt.

    Manchmal wacht Simone Radspieler (40) in der Früh auf – und sie denkt an Buna in Nepal. Wie sich die junge Frau am Morgen ihre Armprothese anschnallt. Und damit wieder zur Gesellschaft gehört, aus der man sie nach ihrem Unfall, bei dem sie den Arm verlor, ausgeschlossen hatte. „Jetzt ist sie eine glückliche Frau“, sagt Simone Radspieler.

    Faszination für den Beruf
    Das sind nur zwei der vielen bewegenden Geschichten, die das Ehepaar Radspieler antreiben – vom ersten Tag an, als sie 2004 mit Radspieler Orthopädie eine Firma für den Prothesen- und Orthesenbau gründeten. Die Romedis GmbH für Forschung und Entwicklung folgte. „Wir suchen immer nach der besten Lösung“, sagt Andreas Radspieler (43). „So verbessern wir Leben.“ Angefangen hat alles mit seiner Faszination für den Beruf des Orthopädietechnikers.
    Seine Lehre schloss er 1991 ab, er sammelte Erfahrungen bei führenden Firmen in der Schweiz, zu seinem Meisterbrief 1999 erhielt er die Goldene Verdienstmedaille des Handwerks – als bester Absolvent Deutschlands. Um wirtschaftliches Wissen zu sammeln, bildete er sich zum Betriebswirt weiter. So erhielt er eine Stelle als Produktmanager bei Ottobock in Niedersachsen, einem der weltweit führenden Prothetik-Unternehmen. Einen Traum aber hat er nie aus den Augen verloren: die Selbstständigkeit. „Schon als kleiner Bub hab ich gesagt, ich will mal einen eigenen Betrieb haben.“ Also wagte er den Schritt.

    Kunden weltweit vertrauen auf Radspieler
    Mit Ehefrau Simone eröffnete Radspieler 2004 auf 100 Quadratmetern ein Geschäft in Rosenheim. Dort fertigte und verkaufte das Team Prothesen für die Region. Gut erinnern sich die beiden an ihren Start. „Wir eröffneten um 9 Uhr, schon stand der erste Kunde im Laden“, erzählt Simone Radspieler. „Das Geschäft lief vom ersten Tag an.“ Nach zwei Jahren wurde die Produktionsstätte samt Verkaufsraum zu klein, der heutige Firmensitz in Neubeuern auf 600 Quadratmetern entstand. Über 400 Kunden aus Europa, zudem aus den USA, Russland und den arabischen Ländern setzen auf Prothesen aus Oberbayern.

    Prothesen herzustellen war das eine. Doch durch den direkten Kontakt mit den Kunden erkannte das Ehepaar Radspieler, in welchen Bereichen Nachholbedarf bestand. „Viele Ideen entstanden“, sagt Andreas Radspieler. Diese brachte er unter anderem von seinen vielen Reisen zu Kongressen sowie Unternehmen weltweit mit. Um innovative Prothetik-Technologien aus dem Ausland auch für Deutschland zugänglich zu machen sowie eigene Prototypen zu entwickeln, gründete das Ehepaar Radspieler 2009 die Romedis GmbH.

    40 Patente angemeldet
    Seitdem meldete die GmbH etwa 40 Patente an. Nach der Entwicklung der Prototypen suchte das Team den Kontakt zu Großkonzernen, welche die Patente kauften und in die Serienproduktion einstiegen. „Lange haben wir nicht den Sprung gewagt, unsere Entwicklungen selbst auf den Markt zu bringen“, sagt Andreas Radspieler. Bis 2015.

    Mit dem Symphonie Aqua System gelang dem Ehepaar eine weltweit einzigartige Entwicklung in der Prothesenfertigung, die 2017 mit dem „Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk“ ausgezeichnet wurde. Erstmals ermöglicht dieses System, Belastungspunkte des Stumpfes im Prothesenschaft unter tatsächlichen Bedingungen zu erfassen. Das Ergebnis ist ein passgerechter Gipsabdruck unter Vollbelastung – ohne Druckpunkte und schmerzende Stellen im Schaft. Mittlerweile liefert die Romedis GmbH ihr System in 14 Länder. Längst hat das Unternehmer- Ehepaar neue Ziele, unter anderem die Digitalisierung im Fertigungsprozess.

    Firmenphilosophie Leidenschaft
    „Wir hinterfragen alles. Probieren, ob es nicht noch besser geht.“ So beschreibt Andreas Radspieler die Philosophie der beiden Firmen mit insgesamt zehn Mitarbeitern. „Die Leidenschaft für den Beruf und für den Menschen treibt uns an“, ergänzt seine Frau. Ebenso wie die Einträge im Online-Gästebuch. Menschen bedanken sich mit berührenden Worten wie „Ich gehe wie auf Wolken“ und „Ich habe mein Leben wieder“.

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    Zugehörige Bilder

    Symphonie Aqua System (SAS) | 20.03.2018 | jpg, 10 x 7 cm, 300dpi | 0.1MB
    Symphonie Aqua System (SAS) | 20.03.2018 | jpg, 10 x 7 cm, 300dpi | 0.1MB
    Andreas Radspieler, Romedis Geschäftsführer und Erfinder des Symphonie Aqua Systems | 20.03.2018 | jpg, 10 x 14 cm, 300dpi | 0.9MB
    Simone Radspieler, Romedis Geschäftsführerin | 20.03.2018 | JPG, 15 x 10 cm, 300pi | 0.8MB