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    Brauchtum und Tradition im Tannheimer Tal

    30.07.2014

    Wo die Glocke das Unwetter vertreibt und Kühe echte Schönheiten sind

    Das Tannheimer Tal ist eine kleine heile Welt in den Bergen des nördlichen Tirols. Dort gibt es nicht nur romantische Dörfer, idyllische Seen und stolze Berge zu entdecken, sondern auch ungewöhnliche und faszinierende alte Bräuche. Wenn die Tannheimer am 17. September ihren Talfeiertag begehen, am Ende des Sommers der Almabtrieb stattfindet und in Jungholz beim Kräutermarkt bezaubernde Düfte und Geschmackserlebnisse locken, dann genießen das Einheimische und Gäste gleichermaßen. Und die über 450 Jahre alte Wetterglocke in Tannheim trägt zum guten Wetter bei, denn es heißt, dass sie mit ihrem Läuten schon so manches Unwetter vertrieben hat.

    Wenn sie anstimmt, dann hört man sie im ganzen Tannheimer Tal. Drei Tonnen schwer und mit einem Durchmesser von 1,61 Metern ist sie die größte Glocke in der Tannheimer St. Nikolaus Kirche, dem zweitgrößten Gotteshaus im Tiroler Land. „Gegossen wurde sie 1561 von Gregor Löffler und seinen beiden Söhnen Helias und Hanns Christoph“, erzählt Donatus Wagner, der ehemalige Pfarrer von Tannheim. Löffler-Glocke heißt sie, aber eigentlich kennen sie die Menschen im Tal als Wetterglocke. „Es ist ein alter Brauch, dass sie geläutet wird, wenn Unwetter drohen“, erklärt Donatus Wagner. Daran wird bis heute festgehalten. Das Läuten der mächtigen Glocke soll derart starke Druckwellen auslösen, dass sie die Wolken vertreiben kann.

    Am 17. September feiert das gesamte Tannheimer Tal

    Die Wetterglocke ist nur einer von vielen Bräuchen, die im Tannheimer Tal gepflegt werden. Das Bewusstsein der Menschen für das Leben in der alpinen Natur, die Wertschätzung ihrer herrlichen Landschaft und wohl auch die Abgeschiedenheit in den Bergen zwischen Allgäuer und Lechtaler Alpen haben dafür gesorgt, dass Geschichte lebendig bleibt. Nichts kann das besser dokumentieren als der Talfeiertag am 17. September. An diesem Tag feiert das ganze Tal und gedenkt eines Ereignisses, das mehr als 200 Jahre zurückliegt. Es war der 17. September 1796, an dem die Vorfahren die französischen Truppen zurückschlagen und ihre Heimat verteidigen konnten. Die Feier beginnt ganz offiziell morgens um 9 Uhr, wenn Priester und Bevölkerung zusammen mit Schützen, Abordnungen der Feuerwehren und Musikkapellen zum Festgottesdienst in die Tannheimer Kirche ziehen. Danach findet eine Sakramentsprozession als Gedenken an die Opfer der Kriege statt. Ab 11 Uhr folgt der Frühschoppen auf dem Festplatz mit Musik, Tanz und feinen Speisen aus dem Tal – bis in den Abend hinein. Die Tannheimer verstehen es nicht nur, ihre alten Bräuche zu pflegen. Sie wissen auch gut zu feiern und das Leben zu genießen.

    Das Tal selbst bietet dafür die perfekte Kulisse: Über gut 20 Kilometer zieht es sich vom Lechtal Richtung Allgäuer Alpen. Schmucke Dörfer umgeben von sanft abfallenden Kräuterwiesen, auf denen rund 30 historische Kapellen wie Farbtupfer stehen. Die romantischen Bergseen sind bei Gästen und Einheimischen beliebte Ausflugsziele. Und das gilt natürlich auch für die aussichtsreichen Höhenwege und Bergtouren rechts und links der Talstraße.

    Wenn ein ganzes Dorf gut und gesund duftet

    Inmitten dieser herrlichen Kulisse bezaubern traditionsreiche Veranstaltungen wie der Kräuter- und Handwerkermarkt in Jungholz. Das einzige Tiroler Alpenkräuterdorf ist am 3. August Schauplatz dieses feinen, wohlschmeckenden und wohlriechenden Marktes. Zahlreiche Aussteller bieten regionale Spezialitäten an, darunter Kräuter, Tees, Honig, Marmelade, Käse, Töpferarbeiten und Schmuck. Gezeigt wird auch, wie Kräutersalben und -seifen produziert werden oder wie die Bäuerinnen ihr Kräuterbrot backen. Zudem gibt es eine Kräuterwanderung – eine wohltuende Entdeckertour zu den Wäldern und Wiesen rund um das idyllische Bergdorf Jungholz. Besucher können sich dort in Vorträgen über die Qualitäten der heimischen Kräuter informieren. Der Kräutermarkt ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Wenige Tage später wird in Tannheim gefeiert. Am 15. August steht das traditionsreiche Dorffest auf dem Programm, zu dem ein Festgottesdienst, Frühschoppen, Live-Musik und eine Tombola gehören.

    Wenn am Ende des Sommers die Schönheiten ins Tal zurückkommen

    Leben in und mit der Natur. Die Besucher des Tannheimer Tals wissen die Qualitäten dieser romantischen Feriendestination zu schätzen, genießen die stressfreie Atmosphäre und die vielfältigen Freizeitangebote. Bei der Begegnung mit den Bräuchen des Tals können Gäste und Einheimische unverfälschte kulturelle Traditionen erleben. Das gilt ganz besonders für den Almabtrieb im September. Am Ende des Almsommers kommen Kühe und Jungvieh wieder zurück ins Tal, sind festlich geschmückt mit Kränzen aus Tannengrün, bunten Bändern, Glocken, Spiegeln und Alpenblumen. Viele Stunden dauert es, bis die Tiere ihre prachtvolle Dekoration bekommen und begleitet von Glockenläuten und zünftiger Musik heimkehren. Ein festlicher Aufmarsch, der es in sich hat. Gut drei Tage kann der Abstieg mit bis zu 1.000 Höhenmetern dauern. Insgesamt sind rund 700 Tiere beim Almabtrieb im Tannheimer Tal unterwegs, der wegen seiner Pracht und seiner Ursprünglichkeit zu den schönsten in der Region zählt. Der Abtrieb im Tal verteilt sich auf mehrere Tage: am 13. September in Jungholz, am 14. September in Nesselwängle, am 19. September in Haldensee und Schattwald und schließlich am 20. September in Tannheim.

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