📋
Meine Pressemappe

    Zopfmuster im Skigebiet: Am Jenner locken zahlreiche Abfahrts-Varianten

    05.02.2016

    Ob abseits oder anspruchsvoll, Anfänger oder Wiedereinsteiger, in den markanten Bergen des Berchtesgadener Landes findet jeder sein Terrain

    „Na, geht’s no amoi auffi?“, fragt der Mann im Kassenhäuschen. Sicher, weil’s Mittagszeit und äußerst ruhig ist, malt er zunächst den weißen Pulverschnee am Berg in den schönsten Farben aus, bevor er das Ticket für die Jennerbahn aushändigt. In den Zweier-Gondeln genießt man die Langsamkeit und nebenbei gigantische Ausblicke auf den Königssee und die imposanten Gipfel im Reich des Watzmann. 20 Minuten später und knapp 1200 Meter höher ist die Bergstation unterhalb des Jennergipfels erreicht. Das anspruchsvolle Gelände hier oben hat den Ruf des Skigebiets mit geprägt, in dem zu Saisonbeginn auch herausragende Nachwuchssportler trainieren. Auf der Piste des Krautkaserhangs bereiten sich Cracks in den Disziplinen Ski Alpin, Skicross und Boarder Cross auf die Wettkämpfe vor. Ein moderner Sessellift überwindet auf 990 Metern Länge 351 Höhenmeter, die Fahrzeit beträgt nur 3 Minuten 18 Sekunden.

    „Der Jenner ist für Könner“, weiß Skilehrer Edi Reichart (58) und hebt die Vorteile hervor: „Kaum Anstehen an den Liften, Platz in den Hütten und vor allem Bewegungsfreiheit auf den Pisten.“ Während sich Anfänger und Familien auf die anderen vier Skiberge im Berchtesgadener Land verteilen, lockt der Jenner Fortgeschrittene und Wiedereinsteiger, die für ein paar Stunden nach Herzenslust carven möchten. Zwar gibt es insgesamt nur elf Pistenkilometer, doch mit sieben Kilometern ist die Abfahrt vom Gipfel bis zum Tal eine der längsten in den Ostalpen. Viele wedeln ohnehin lieber ihre Zopfmuster ins unverspurte Gelände. „Wir haben etliche Tiefschneevarianten hier oben“, sagt Edi Reichhart, der bei Neuschnee einer der ersten am Berg ist. Ansonsten geht es der ehemalige deutsche Meister im Riesenslalom, der in den 1980er Jahren die DSV-Damenmannschaft trainierte und 2005 für vier Jahre als Cheftrainer nach Bulgarien ging, inzwischen etwas ruhiger an.

    Nach ein paar sportlichen Abfahrten ist ein Einkehrschwung immer willkommen. Neben der Sonnenterrasse an der Bergstation und der Mitterkaseralm ist sein Favorit eindeutig das Dr.-Hugo-Beck-Haus, zu dem man oberhalb der Mittelstation durchs Gelände quert. Gemütliche Gaststube, Terrasse mit Nachmittagssonne, legendärer Marillenstrudel – das spricht für sich. Wer’s richtig urig mag, kann hier oben auch übernachten und am nächsten Morgen beobachten, wie sich Fuchs und Hase das Revier teilen. Neben dem Lager gibt’s Zwei- und Mehrbettzimmer, die Nacht am Berg kostet inklusive Halbpension 39 Euro pro Person. Immer donnerstags ist das Dr.- Hugo-Beck-Haus übrigens Treffpunkt der Tourengeher, die hier bis 22 Uhr den Abend ausklingen lassen können.

    Es geht weiter. Beim Skianschnallen zeigt Edi Reichhart auf die Mittelstation, in der seine Sportkollegin und ehemalige Weltklasse-Läuferin Christa Zechmeister ihre Kinderwinter verbracht hat. „Der Vater arbeitete bei der Bahn, Christa ist morgens auf den Skiern ins Tal gefahren und zur Schule gegangen“, erzählt er. Dann steuert er zielstrebig den Krautkaserlift an – und hinterlässt bei der Abfahrt eine weiße Wolke. Es sei ganz einfach der Ski gewesen, der ab und zu rassig gefahren werden wolle, erklärt er den rasanten Ritt anschließend. Ach so, deshalb.

    Preise im Skigebiet Jenner:
    Die Happy-Hour-Card ist zwei Stunden gültig und kostet für Erwachsene 20 Euro, die Halbtageskarte (Ausgabe ab 11 Uhr 30) gibt’s für 27,10 Euro, die Tageskarte für 31,60 Euro. Die Parkplatzgebühr wird auf Anfrage beim Kauf einer Ski-Karte an der Kasse rückerstattet.

    Die Skigebiete des Berchtesgadener Landes im Überblick:
    Den Spuren der Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl können Gäste am Götschen in Bischofswiesen folgen. Hier probte der deutsche Skistar schon im Alter von drei Jahren die ersten Schwünge. Das vielseitige Familienskigebiet ist Trainingszentrum des Deutschen Ski- und Snowboardverbandes sowie Austragungsort zahlreicher Ski- und Snowboardwettbewerbe. Für gepflegte Pisten ebenso bekannt wie für herrliche Ausblicke ist das Hochschwarzeck/Ramsau. Vor allem bei Familien mit kleineren Kindern und Skineulingen beliebt sind der Gutshof am Obersalzberg sowie das Skigebiet Rossfeld/Zinken. Der Jenner am Königssee mit seinen anspruchsvollen Abfahrten und Tiefschneehängen gilt als Berg für Könner. Eine Beschneiungsanlage garantiert, dass auch die sieben Kilometer lange Gipfel- Talabfahrt bis zum Ende der Saison genutzt werden kann. Insgesamt haben die Gäste im Berchtesgadener Land die Auswahl zwischen 27 Abfahrten bis in eine Höhe von 1800 Metern.

    Skipauschale Berchtesgadener Land:
    Wer für eine Woche im Berchtesgadener Land sein, an sechs Tagen Ski fahren und einmal in die Watzmann Therme gehen möchte, zahlt ab 153 Euro.

    Zurück
    Del.icio.us Facebook Twitter Google