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    In Europas erstem Skitourenpark lernen Einsteiger das kleine 1 x 1 des Skibergsteigens

    18.02.2016

    Die Routen im Berchtesgadener Land bieten Anfängern und Fortgeschrittenen Naturerlebnisse der Extraklasse

    In Berchtesgaden können Einsteiger das kleine 1 x 1 des Skibergsteigens lernen. In vier Stunden vermitteln staatlich geprüfte Berg- und Skiführer den Gästen im Skitourenpark die Grundlagen des Tourengehens. „Dieses Angebot ist einmalig in Europa“, so Michael Grassl, der Vorsitzende des Verbands der deutschen Bergführer, auf dessen Initiative die Eröffnung des „1. Salewa Skitourenparks Berchtesgaden“ im Jahr 2009 zurückgeht. Weil sich Skibergsteigen vom Abenteuer für erfahrene Individualisten zunehmend zum Breitensport entwickelt, sei es enorm wichtig, entsprechende Schulungsangebote bereitzustellen. „Denn die Gefahren im alpinen Gelände sind nicht zu unterschätzen“, weiß der Experte.

    Vor den Toren des Nationalparks Berchtesgaden, der zu den herausragendsten Skitourengebieten des Alpenraums gehört, werden Einsteiger fit gemacht für die Herausforderungen am Berg. An den acht Stationen des Rundparcours lernen sie, wie man die Felle richtig aufzieht, was beim Aufstieg und beim Richtungswechsel an steilen Berghängen zu beachten ist und wie sie sicher wieder durch den Tiefschnee ins Tal abfahren. Breiten Raum in Theorie und Praxis nimmt auch das Thema Sicherheit ein: Die Interpretation des Lawinenlageberichts wird ebenso geübt wie der Umgang mit dem Lawinenpiepser und die Suche beziehungsweise Bergung von Verschütteten. In einem künstlichen Lawinenfeld müssen die Teilnehmer so etwa mit Piepsern ausgestattete Dummypuppen finden und aus dem Schnee befreien. Wichtiger Bestandteil des Kurses ist zudem das Kapitel „umweltfreundliches Skibergsteigen“. „Wenn man in die unberührte Gebirgslandschaft vordringt, muss man sensibilisiert sein und automatisch einen Bogen um Junganpflanzungen und Wildeinstände machen“, betont Grassl.

    Wer mit dem Touren-Training beginnen möchte, sollte mindestens über eine durchschnittliche Kondition verfügen und problemlos mittelschwere Pisten meistern. Danach bietet sich ein Plausch mit den Berg- und Skiführern an, die eine Menge geeigneter Einsteigertouren kennen. Wie wär’s zum Beispiel mal mit dem Hirscheck, dem mit 1400 Metern höchsten Punkt des Familienskigebiets Hochschwarzeck? Durch einsame Wälder und Wiesen führt der Weg 750 Höhenmeter hinauf zum Gipfel, wo neben der Brotzeit im Gasthaus Hirschkaser der Sonnenstuhl lockt und der Blick über die Ramsauer Bergwelt schweift. Im oberen Teil fährt man über die präparierte Piste ab, der untere Teil ist so flach, dass auch Touren-Neulinge im Tiefschnee nicht an ihre Grenzen stoßen. Als „Genusstour mit Aussicht“ gilt zudem die Rossfeld-Route, die an der Mautstelle Nord der Rossfeld-Höhenstraße in Oberau (Berchtesgaden) beginnt. 400 Höhenmeter sind es bis zum Gipfel, der für seine phantastische Aussicht weit übers Salzburger Land bekannt ist. Abfahren können Einsteiger entlang der Piste – und wenn’s gar nicht anders geht, auch auf der Piste.

    Das schönste am Skibergsteigen ist auch für alte Hasen wie Michael Grassl noch immer das unvergleichliche Naturerlebnis inmitten der einsamen Bergwelt, die er wie seine Westentasche kennt. Zu den Highlights für eingefleischte Tourengeher zählt der Hohe Göll (2522 Meter) im Nationalpark Berchtesgaden – eine anspruchsvolle Frühjahrstour, die nur bei lawinensicherem Schnee möglich ist und bei der 1400 Höhenmeter durch schwieriges Gelände zu absolvieren sind. Als absolute Top-Tour in den Ostalpen gilt die Große Reibn (große Runde), auf der man auf 40 Kilometerdie Berchtesgadener Bergwelt durchstreift und dabei 3300 Höhenmeter bewältigt. Zwei bis drei Tage müssen für den Berg-Ausflug einkalkuliert werden, der vom Jenner (1874 Meter) über den Schneibstein (2276 Meter) und den Hohen Rossfelder (1750 Meter) hinunter nach Schönau am Königssee führt. Übernachten kann man im Stahlhaus und im Kärlingerhaus am Funtensee, dem kältesten Ort Deutschlands.

    Bis Ende April herrschen im Berchtesgadener Land optimale Bedingungen zum Tourengehen.

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